Drei Tipps, wie Veränderungen im Team einfacher gelingen
Warum ist es eigentlich so schwer, wenn sich etwas ändert?
Es ist banal, aber wahr: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Im Guten wie im Schlechten. Wenn die Routinen erstmal da sind, ist es schwer, auszubrechen, auch wenn wir rational betrachtet wissen, wie viel Kraft sie verschlingen. Warum? Weil jede Änderung ein Risiko ist. Weil wir befürchten, dass es schlechter wird und noch weniger funktioniert. Zudem stecken wir oft so tief drin in unserem Prozess, dass wir uns gar nicht vorstellen können, dass es auch irgendwie anders gehen könnte.
Drei einfache Tipps, um Teams Veränderungen zu erleichtern
Mit diesen leicht umzusetzenden Tipps wird Ihrem Team die Veränderung leichter fallen.
Tipp 1: Aus der Sicht des einzelnen Teammitglieds denken
Angenommen, es sind 5 Leute im Team. Wenn ich jetzt jedem einzelnen sage, dass wir als Team 20% schneller arbeiten, wenn wir Maßnahme xy durchführen, wird sich jeder einzelne denken: Na toll, dann habe ich viel mehr Stress als vorher und muss außerdem noch mehr machen.“ Warum? Weil „das Team arbeitet schneller“ dem Individuum erstmal keinen Vorteil bringt und ich auch kein Angebot gemacht habe, was mit der gewonnenen Zeit passieren kann. Deswegen ist es wichtig, mir genau zu überlegen, was der Benefit für die spezifische Person ist, mit der ich gerade spreche. Was hat diese Person ganz konkret davon, wenn sie sich auf die Veränderung einlässt? Ist es vielleicht möglich, dass eine ungeliebte Aufgabe automatisiert werden kann? Kann die gewonnene Zeit für ein Projekt genutzt werden, das regelmäßig hinten runter fällt? Kann man freitags früher nach Hause, wenn man fertig ist? Hier gilt es, etwas zu finden, was zu der entsprechenden Person passt.
Tipp 2: Die emotionale Komponente anerkennen
Viele Manager:innen neigen dazu, nötige Veränderungen rational und abstrakt zu erklären. Sie agieren dabei gern mit Zahlen (20% Kosteneinsparung, 10% schnellere Entwicklungszeit, 15% schnellere Lieferzeit usw.) und schließen dann mit: Wenn es der Firma gut (oder besser) geht, ist das auch gut für die Mitarbeitenden. Das stimmt natürlich, ist aber wenig geeignet, den Mitarbeitenden zu motivieren, sich zum Beispiel an eine komplett neue Software zu gewöhnen. Ich meine, es ist an dieser Stelle wichtig, sich auch auf der emotionalen Ebene zu bewegen und den Mitarbeitenden zu zeigen, dass man ihre Ängste wahrnimmt: „Ich weiß, dass es für Sie sehr mühselig ist, sich da einzuarbeiten“, „Sie haben jetzt schon viel Stress und die neue Software wird für Sie erstmal zu einer Mehrbelastung führen“ oder auch „Sie sorgen sich, dass Sie das neue System nicht verstehen“. Das mag sich jetzt für einen zahlengetriebenen Menschen sehr gefühlsduselig anhören, aber die meisten Menschen sind nach meiner Erfahrung eher nicht zahlengetrieben. Zudem finde ich es wichtig, dass Ängste ausgesprochen werden, denn erst, wenn aus einem diffusen Gefühl ein konkreter Satz geworden ist, kann ich darauf reagieren, z. B. so „Wenn Sie in der Schulung nicht alles verstehen, organisiere ich Ihnen noch ein Einzeltraining“.
Tipp 3: Den Übergang durch abfedernde Maßnahmen erleichtern
Erfahrungsgemäß ist es bei Veränderungen doch so: Am Anfang wehrt man sich dagegen und wenn es erstmal eine Weile läuft, hat man sich an die neuen Routinen gewöhnt und weiß ihre Vorteile durchaus zu schätzen. (Wenn Sie ein Change Projekt starten wollen, dass dem einzelnen Mitarbeitenden überhaupt keine Vorteile bringt, gilt diese Logik natürlich nicht, aber dann würde ich das Projekt grundsätzlich noch einmal überdenken). Manchmal kann man es Mitarbeitenden leichter machen, wenn man für eine festgesetzte Zeit zwei Systeme parallel laufen lässt. Das bietet sich nicht immer an, aber wenn es möglich ist, ist es eine gute Idee, denn es zeigt den Mitarbeitenden, dass sie (theoretisch) jederzeit komplett zum alten zurückkönnten. Eine andere Möglichkeit wäre, dass erst ein Team oder erst eine Handvoll Mitarbeitende mit dem neuen System anfängt und diese dann berichten können, was sich für sie verbessert oder vereinfacht hat.
Veränderungen können gelingen!
Fakt ist: Veränderungen lassen sich nicht vermeiden. Weil wir uns verändern und weil die Welt sich verändert. Gleichwohl gibt es viele Möglichkeiten, den Übergang zu vereinfachen. Mit einer sauberen Argumentation, warum das Neue für eine spezifische Person einen Vorteil bringt, mit der Anerkennung des emotionalen Stresses, der mit Veränderungen einher geht und mit erleichternden Übergängen kann man sehr viel erreichen.






